12 Aug
Heike (59) arbeitet als Objektleiterin in der Gebäudereinigung und vermittelt täglich zwischen Kundinnen, Firmenleitung und Reinigungskräften. Nach dem Versuch, gegen die Vorschrift einen nicht offiziellen Arbeiter von einem wichtigen Subunternehmer abzuwerben, droht dieser, nicht mehr auszuhelfen, es sei denn, er bekommt mehr Stunden und Umsatz. Um den Forderungen nachzukommen, gerät Heike immer mehr in einen Konflikt zwischen der Verantwortung gegenüber ihren eigenen Mitarbeiterinnen und den Bedingungen der Arbeitswelt im Niedriglohnsektor.
Weltpremiere hatte der Film auf der Berlinale 2026 in der Sektion Panorama. Viele der Rollen sind mit Laiendarstellern aus der Reinigungsbranche besetzt. Kilian Armando Friedrich selber hat zuvor Dokumentarfilme gedreht; Ich verstehe Ihren Unmut ist sein Spielfilmdebüt. Sabine Thalau erhielt für ihr Schauspieldebüt viel Lob. Beim Kinofest Lünen 2026 gewann sie den Schauspielpreis für Ihre Rolle als „Heike“.
19 Aug
Dass die Queen ein unkontrollierbares „Problemkind“ mal mit dem Orden des British Empire auszeichnen würde, damit hätte wohl niemand gerechnet, am allerwenigsten John Davidson selbst. In den frühen 1980er Jahren wächst John (Scott Ellis Watson) in einer schottischen Kleinstadt auf. Im Alter von 12 Jahren beginnt unter heftigen Nerven-Tics zu leiden. Unter der erst Jahre später als Tourette-Syndrom diagnostizierten Erkrankung wird sein Leben zu einem endlosen Spießrutenlauf.
Mit Mitte 20 lebt John (Robert Aramayo) noch bei seiner Mutter (Shirley Henderson). Die Nebenwirkungen der starken Medikamente auf die er angewiesen ist, rauben ihm fast jeden Lebensmut, als die zufällige Begegnung mit seinem Schulfreund Murray und dessen Mutter Dottie (Maxine Peake) endlich eine Wendung bringt. Dottie ist Krankenschwester und akzeptiert John, so wie er ist. Sie nimmt ihn in ihrer Familie auf und findet sogar einen Job für ihn als Assistent des Gemeindezentrum-Hausmeisters Tommy (Peter Mullan). Ein aberwitziges Vorstellungsgespräch, bei dem Tommy wie kein anderer auf Johns Tics reagiert, legt den Grundstein für eine innige Freundschaft. Langsam findet John den Mut und die Zuversicht, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und erkennt, wie wertvoll seine Erfahrungen auch für andere sind.
Als perfekte Mischung aus sozialrealistischem Drama und warmherziger Underdog-Komödie vereint VERFLUCHT NORMAL gleich zwei große britische Kinotraditionen. In seinem Heimatland Großbritannien avancierte der Film nicht nur zum absoluten Publikumsliebling, sondern Hauptdarsteller Robert Aramayo gewann auch noch sensationell den BAFTA als „Bester Hauptdarsteller“.
21 Aug
OPEN-AIR-KINO: Kapelle Althof, Am Dorfteich 13, 18209 Bad Doberan
Einlass ab 20.00 Uhr, Sitzgelegenheiten bitte selbst mitbringen!
Bei Regen im Kamp-Theater!
Mit 45 Jahren ist Freddie Mercury (Rami Malek) zu früh verstorben. Der Sänger der Band Queen war einer der größten Entertainer und Rockstars seiner Zeit. Mit seinen Bandmitgliedern, dem Gitarristen Brian May (Gwilym Lee), dem Bassisten John Deacon (Joseph Mazzello) und dem Schlagzeuger Roger Taylor (Ben Hardy), hat Freddie Mercury unvergessliche Hits wie „We Are the Champions“, „We Will Rock You“ oder „Another One Bites the Dust“ geschaffen. Das Biopic „Bohemian Rhapsody“ zeichnet 15 Jahre Bandgeschichte nach - von der Formierung der Band 1970 bis hin zum legendären Live-Aid-Konzert 1985, als 72.000 Zuschauer zu „Radio Ga Ga“ im Takt klatschten.
26 Aug
Anne (Sophie Marceau) genießt mit Mitte 50 erstmals einen freien Alltag, seit ihre Kinder ausgezogen sind. Doch die neu gewonnene Ruhe hält nicht lange: Ihre 23-jährige Tochter Louise (Thaïs Alessandrin) steht nach Rückschlägen im Job und einer gescheiterten Beziehung plötzlich wieder vor der Tür und zieht zurück bei ihrer Mutter ein. Alte Konflikte brechen auf, während beide versuchen, ihre veränderten Rollen neu zu definieren. Parallel dazu wird Anne mit einer weiteren Nachricht konfrontiert, die ihr Leben durcheinanderwirbelt: Sie wird Großmutter. Zwischen Generationsfragen, Selbstzweifeln und neuen Gefühlen gerät ihr bisheriges Selbstbild ins Wanken. Unterstützt und herausgefordert wird sie dabei von Menschen aus ihrem Umfeld, darunter ihr Ex-Partner (Vincent Elbaz) und enge Familienmitglieder (Françoise Fabian, Alexandre Astier).
Der Film ist die direkte Fortsetzung von „LOL (Laughing Out Loud)“ aus dem Jahr 2009, einem generationellen Meilenstein des französischen Kinos. Sechzehn Jahre später setzt Lisa Azuelos ihre kontinuierliche Erzählweise fort.
30 Aug
Wer weiß denn heute noch, wer wusste überhaupt jemals, dass die DDR ihre eigene Hochseefischerei betrieb und geeignete Fischkutter in volkseigenen Betrieben bauen ließ? 4000 Seeleute fuhren auf den Ozeanen der Welt, von arktischen Gewässern bis vor die Küsten Afrikas. Aus dem Off informiert der Erzähler Charly Hübner weiter: „Auf See verloren sie nie ein Schiff.“ Dann kam die Wende, 1990 wurde der VEB Fischkombinat abgewickelt und die Hochsee-Flotte verschrottet oder verkauft. Wie abenteuerlich es für vier der Schiffe und Kutter danach weiterging, schildert der Dokumentarfilmer Tom Fröhlich. Immer wieder klingt in den Erzählungen in diesem schönen Film durch, welch ein besonderes Band zwischen den Seefahrern oder Eignern und ihren Fahrzeugen herrscht, die für sie mehr als nur leblose Maschinen sind. Es ist erstaunlich, auf welch unterschiedliche Weise die hier präsentierten Hochseekutter nach 1990 noch jahrzehntelang und zum Teil bis heute in die Zeitläufe eingebunden bleiben.
Der selbst aus Rostock stammende Fröhlich geht mit dem Film auf eine Reise in die Vergangenheit und zeichnet mit einem Mix aus Archivmaterial und neuen Aufnahmen die Entstehung und den Untergang einer Arbeitswelt nach, die ein ganzes Land nachhaltig geprägt hat.