10 Jun
Eine alte Dame muss nach Jahrzehnten ihre geliebte Wohnung im spanischen Viertel von Tanger verlassen – und wird erfinderisch.
Wenn María Ángeles (Carmen Maura) durch ihre Straße spaziert, erinnert sie an eine bunte Blume. Ihr farbenfrohes Kleid fügt sich harmonisch in das pittoreske Gewusel zwischen Läden und Cafés unter blauem Himmel. Alle grüßen die gepflegte alte Dame, die seit Jahrzehnten in derselben Wohnung im spanischen Viertel von Tanger lebt. Von ihrem mit Geranien geschmückten Balkon genießt sie den Blick über ihr Reich. Das Panorama, von der weißen Medina bis zum Meer, ist überwältigend, fast kann man die salzige Luft riechen.
Wie graumäusig und gestresst wirkt dagegen ihre in Spanien lebende Tochter Clara (Marta Etura), als sie ihre verwitwete Mutter nach langer Zeit besucht – und eine Hiobsbotschaft verkündet: Die Krankenschwester, geschieden und mit zwei Kindern, braucht Geld. Sie will die Wohnung, die ihr einst vom Vater überschrieben wurde, verkaufen. María soll zu ihr nach Madrid ziehen, oder ins spanische Altersheim in Tanger. Die todunglückliche María wählt das Altersheim. Und geht heimlich zurück in die leere Wohnung, um ihr Paradies Stück für Stück wieder aufzubauen.
Maryam Touzani erzählt mit ihrer originellen Geschichte ein spannendes und vergnügliches Abenteuer mit einer knapp 80-jährigen Heldin im Mittelpunkt. Es ist der dritte Film der in Tanger geborenen Regisseurin. Dieses Mal erzählt sie aus der Gegenwart und nimmt sich eines Themas an, das überall auf der Welt wichtig ist, zeichnet aber durch das Setting auch ein wundervolles Bild ihrer Heimatstadt.