03 Jun
Die alleinerziehende Susanne lebt ein eintöniges Leben. Jeden Morgen bringt sie ihre Tochter Jenny in den Kindergarten. Anschließend geht sie einer unbefriedigenden Arbeit als Stanzerin nach. Abends folgen Hausarbeit und gelegentliche Ausflüge in die Disco. Frustriert von dieser Monotonie kündigt Susanne ihren Job. Neue Probleme kommen auf sie zu: Jenny erkrankt, eine neue Arbeit ist nicht zu finden und sie gerät in finanzielle Schwierigkeiten. Susanne, ohne Ausbildung und Perspektive, verliebt sich in den erfolgreichen Ingenieur Thomas. Durch ihn gerät sie in einen riskanten Betrug hinein. In ihrer Not meldet Susanne ihr Fahrrad gestohlen. Ein dilettantischer Versicherungsbetrug, der nicht lange unentdeckt bleibt. Thomas kümmert sich zwar um sie, als es zu einem Strafverfahren kommt, vermag aber ihre Lebensweise nicht zu akzeptieren. Susanne trennt sich von ihm – nun mit konkreten Plänen, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben.
„Das Fahrrad“ ist das Zweitwerk der Regisseurin Evely Schmidt und gehört zu den Frauenfilmen der DDR, in denen das Thema Selbstfindung und Emanzipation der Frau in der Gesellschaft des real existierenden Sozialismus ziemlich unumwunden in Erscheinung tritt. Er gehörte zu den elf DEFA-Spielfilmen, die 2005 im Museum of Modern Art gezeigt wurden.